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Deutschsprachige in Australien

Einleitung

Der Akademiker Charles Meyer schrieb über die Deutschen in Australien. Dabei stellte er fest, dass Deutsche 1788 mit der Ersten Flotte (zur Gründung der Sträflingskolonie) nach Australien kamen. Deutsche eröffneten die früheren Hotels und finanzierten die ersten Unternehmen. Des Weiteren waren sie begünstigt von den ersten Landzuteilungen, die von der kolonialen Behörde zugeteilt wurden. Außerdem waren sie unter den ersten, die die für Europäer unbekannten Gebiete erkundeten. Sie besetzten hohe Stellungen im Rechtswesen, in der Kultur und in den Naturwissenschaften.
(Meyer, Charles (1982) 'The Germans in Victoria (1849-1900)'. In: Journal of the Royal Australian Historical Society, Vol.68, June 1982, S.18-36, Sydney.)

Foto: Eric Bana

Eric Bana - am Tribeca Film Festival 2007 in New York City, Erstaufführung des Films Lucky You.
Wikimedia Commons / David Shankbone.

Eine bedeutende Präsenz

Deutschsprachige haben bei bedeutenden Ereignissen in Australien eine Rolle gespielt, unter anderem:

Nachkommen deutschsprachiger Einwanderer haben in vielen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereichen des Lebens in Australien einen entscheidenden Beitrag geleistet, der von den Unterhaltungsindustrien über die Politik und den Sport und die Naturwissenschaften bis hin zum Sport reicht, zum Beispiel:

Politiker, unter anderem der ehemalige Vizepremierminister Tim Fischer, der ehemalige Minister des Kabinetts Eric Abetz, der ehemalige Präsident des Australischen Senats Condor Laucke, der Grünen-Politiker Adam Bandt, Henry Bolte [der langjährig gediente Ministerpräsident des Bundesstaates Victoria - 17 Jahre], der ehemalige Fraktionsführer der Opposition im Repräsentantenhaus des Australischen Parlaments Warren Entsch;

die Cricket-Nationalspieler Carl Rackemann, Darren Lehmann, Ben Hilfenhaus und Shane Warne (seine Mutter ist Deutsche);

die Fußball-Nationalspieler Mark Schwarzer und Robbie Kruse;

die Rugby-Nationalspieler Andrew Ettingshausen, Brad Fittler und Anthony Seibold;

die AFL-Fußballer Luke Breust (ein Rekordhalter im Tor-Schießen), John Schulz (1960 Brownlow-Medaillengewinner) und Nick Riewoldt;

die Schwimmer Emily Seebohm und Jon Sieben;

die Naturwissenschaftler Ernst Johannes Hartung, Basil Hetzel, Bernard Katz und Gustav Nossal (im Jahre 2000 wurde er zum ‘Australian of the Year’ gewählt);

die Entertainer Geoffrey Rush (Mutter von deutscher Abstammung), Eric Bana (deutsche Mutter), Ben Mendelsohn, Isabel Lucas, Ed Kuepper (von den Rockbands The Saints und The Laughing Clowns), Olivia Newton-John (deutsche Mutter – ihr Vater war Professor für Germanistik), Baz Luhrmann, David Koch (Fernsehmoderator).

Hauptphasen der Einwanderung

Die deutsche Einwanderung in Australien kann man in fünf Hauptphasen aufteilen:

Punkt Die Gruppen-Einwanderung (besonders in der Kolonie Südaustralien) in den 30er und 40er-Jahren des 19. Jahrhunderts
(Siehe ein Foto von einem Passage-Schein (Fahrkarte) für eine Schiffsreise nach Port Adelaide aus dem Jahr 1846.)
dot point Das Zeitalter des Goldfiebers um die Mitte des 19. Jahrhunderts
Punkt Die Ankunft einer großen Anzahl von Siedlern in der Kolonie Queensland ab den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts bis 1914
dot point Die Ankunft von Flüchtlingen (darunter deutsche und österreichische Juden auf der Flucht vor der Nazi-Verfolgung) in den späten 30er und 40er-Jahren des 20. Jahrhunderts
dot point Die geplante Einwanderung (von der australischen Regierung gefördert) der 50er und 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts

(Teilweise aus: Germans in South Australia. A Migration Museum Education Program for Students in Years 8-12. Migration Museum Adelaide 1994)

Image: Hamburg - Hafen
Auswanderer gehen an Bord in Hamburg, circa 1850. (Museum für Hamburgische Geschichte)
Bevölkerung:

1861 (im ersten Jahr, in dem eine Volkszählung die Zahl der Staatsbürger registrierte) hatten die Kolonien NSW, Victoria, Queensland und Südaustralien 26.872 Einwohner, die in Deutschland geboren waren.
1891 gab es 45.000 in Deutschland geborene Menschen in Australien. Die zwei Weltkriege hatten eine große Einwirkung auf die Einwanderung aus Deutschland.
1947 gab es 14.567 in Deutschland geborene Menschen in Australien. Dann waren unzählige Deutsche in den 50er und 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts Teil des großen Einwanderungsprogramms der australischen Regierung.
1961 hatte Australien 109.315 in Deutschland geborene Menschen.
1981 gab es 110.758 Menschen in Australien, die in Deutschland geboren waren.
Schätzungen zufolge sei mehr als 10% der Bevölkerung Australiens deutscher Abstammung.

Foto: Auswanderungsschiff
1956 auf der Castel Felice: Junger deutscher Einwanderer Leon mit Frau Margaret Dietiker, Auswandererbegleiterin für das Zwischenstaatliche Komitee für europäische Auswanderung. (Department of Immigration and Multicultural Affairs photograph, Cat. # 56/4/82)

Verteilung:

In Bezug auf die australische Volkszählung 1921 schrieb im Jahre 1932 Professor Augustin Lodewyckx (Universität Melbourne): »Aus diesen Zahlen darf man schließen, dass ungefähr 80% der Deutschen in Australien Landwirte und Grundbesitzer sind oder wenigstens der Landwirtschaft noch ganz nahe stehen. Dies ist eine höchst interessante Tatsache, wenn man bedenkt, dass gut die Hälfte der australischen Bevölkerung in den sechs Hauptstädten der sechs Bundesstaaten wohnt.«

Der Akademiker Jürgen Tampke stellte 2006 fest, dass etwa 75% der Deutschen, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Australien ankamen, sich in den Hauptstädten der Bundesstaaten niederließen.

Obwohl man den frühen deutschen Einwanderern in allen Teilen der australischen Gesellschaft begegnen konnte, entstanden doch einige Siedlungen (besonders in Südaustralien und Queensland), wo deutsche Sitten und Traditionen in der Gemeinschaft sehr stark waren. In diesen Siedlungen verstärkte die Zugehörigkeit der Deutschen zur lutherischen Kirche ihr Gemeinschaftsgefühl.

Deutsche Einwanderer haben einen umfangreichen Beitrag zur wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung Australiens geleistet.

Australier deutscher Abstammung: im Sport

In allen Lebensbereichen findet man sehr angesehene und anerkannte Australier mit deutschem Familiennamen. Die Australier lieben Sport, und auch dort findet man bekannte Australier mit deutschem Familiennamen, zum Beispiel:

Basketball:

Rachel Sporn

Cricket:

Jason Arnberger, Michael Klinger (Victoria); Andy Bichel, Carl Rackemann, Scott Muller, Ashley Noffke (Queensland); Darren Lehmann (Südaustralien), Ben Hilfenhaus [»Bradman Young Cricketer of the Year«-Preis, 2007] (Tasmanien)

Foto: unterschiedliche Zeitungen und Magazine (copyright: D Nutting)

Australiens Cricket-Nationalspieler feiern eine tolle Leistung des Tasmaniers Ben Hilfenhaus in einem internationalen Testspiel gegen Südafrika, und eine Zeitung macht in der Bildunterschrift ein Wortspiel mit seinem deutschen Namen.

AFL-Fußball:

Australischen Fußballkommentatoren ist sogar die Herkunft von deutschstämmigen Spielern in der Australian Football League (AFL) aufgefallen. Am 18. Mai 2014 während des zweiten Viertels des Spiels zwischen dem Verein St Kilda und dem Verein Gold Coast Suns bemerkte Adam White, Fußballkommentator beim australischen Radio ABC, dass der St-Kilda-Stürmer Nick Riewoldt auch in einer guten Position gewesen war, um den Fußball zu fangen (englisch: ›to mark the ball‹, und folglich beim verdienten Freistoß aufs Tor zu schießen), falls sein Mitspieler Adam Schneider den Ball nicht gefangen hätte. Adam Whites Co-Kommentator meinte dann: »Es ist wie eine deutsche Frontlinie - Riewoldt, Schneider!!«

Foto: Fußball-Sammelkarten (Foto copyright: D Nutting)

Fußball-Sammelkarten aus der australischen Fußball-Liga AFL. Sie zeigen einige AFL-Spieler, deren Familiennamen von ihrer deutschsprachigen Abstammung zeugen: Fraser Gehrig, Michael Voss, Michael Braun, Nick Riewoldt, Jay Schulz, Luke Breust, Mitch Hahn, Jack Riewoldt (Cousin von Nick), Jack Hombsch, Justin Westhoff, Luke Dahlhaus und Matthew Kreuzer.

Fußball:

Mark Schwarzer (Socceroos)

Netball:

Straßenradsport:

Bahnradsport:

Matthew Glaetzer - UCI-Bahn-Weltmeisterschaften: 2012 Weltmeister im Teamsprint; 2018 Weltmeister im Sprint; 2016 Vize-Weltmeister im Sprint; 2018 Vize-Weltmeister im 1000-Meter-Zeitfahren.

Motorradrennen:

Jamie Stauffer (Australian-Superbike-Series Meister, 2006 und 2007)

Segeln:

Sydney Fischer

Schwimmen:

Vielleicht kannst du an weitere Sportler und Sportlerinnen denken...

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